Passivhaus und Massivhaus

Passivhaus und Massivhaus

Jeder, der sich ein Haus kaufen oder Bauen möchte, kommt mit dem „Passivhaus“ in Kontakt. Was hat es damit auf sich, und was sind die Vorteile gegenüber einem Massivhaus?

Das Passivhaus

Ein Passivhaus ist ein Haus, das keine klassische Heizung benötigt. Die Wärmedämmung ist so gut, dass das Haus im Winter nicht geheizt und im Sommer nicht gekühlt werden muss. Der Wärmebedarf des Hauses wird fast vollständig aus “passiven” Quellen, wie technischen Geräten, Abwärme von Personen und Sonneneinstrahlung gedeckt.

Ringsum hat das Gebäude eine sehr gute Wärmedämmung (Fundament, Kellerwände, Dach, Fenster). Die sehr dichte Hülle des Gebäudes wird durch eine ausgeklügelte Wohnraumlüftung vervollständigt. Aus der Abluft erfolgt die Wärmerückgewinnung. Die gewonnene Wärme wird dem Haus aufbereitet wieder als Heizung zugeführt. Die Fenster sind überwiegend dreifach verglast und die Scheibenzwischenräume werden mit Argon gefüllt. Schmale Rahmen erhöhen die verfügbare Glasfläche. Der richtige Einbau der Fenster ist entscheidend für die Wärmedämmung.

Das Massivhaus

Die genannten Vorteile sind aber heute nicht nur bei den Passivhäusern zu finden. Auch ein Massivhaus wird heute mit einer wenig luftdurchlässigen Gebäudehülle versehen. Bei einer dichten Gebäudehülle ist ein Luftaustausch bei geschlossenen Fenstern nicht gegeben. Auch regelmäßiges Lüften kann bei einem Massivhaus, häufig das Problem nicht lösen. Aus diesem Grund sorgen, und das nicht nur bei Passivhäusern, immer häufiger Lüftungsanlagen für den Abtransport des Wasserdampfes und der verbrauchten Luft.

Vorteile des Passivhauses

Wie schon beschrieben wird beim Passivhaus ein regelmäßiger Luftaustausch durchgeführt Zugluft und Geräusche können durch gute Technik vermieden werden. Die Zuluft wird gefiltert und vorgewärmt und dann den Wohnräumen zur Verfügung gestellt. Von den Wohnräumen gelangt die warme Luft in Küche Bad und WC und wird von dort wieder abgesaugt. Dieser Vorgang wiederholt sich so lange, bis die Luft endgültig verbraucht als Abluft nach draußen geleitet wird. Wird bei einem Massivhaus kein Luftaustausch durchgeführt, kann es an Wärmebrücken leicht zu Schimmelbildung kommen. Die Heizung des Passivhauses wird, anders als beim Massivhaus, die Wärme, die sich in der Abluft befindet, wird zu fast 95% zum Anwärmen der Zuluft verwendet.

Bei einem Passivhaus gibt es verschiedene Möglichkeiten der Luftvorwärmung. So kann das Vorschalten eines Erdwärmeübertragers die Zuluft für den Winter anheizen und für den Sommer abkühlen. Ein Massivhaus, auch wenn es sich um ein Niedrigenergiehaus handelt, muss im Winter immer beheizt werden.

Passivhäuser decken ihren Wärmebedarf zum Heizen überwiegend aus den eigenen Ressourcen. Der größere Posten ist einem Passivhaus ist die Warmwassergewinnung. Um Heizung und Warmwasser preiswert zur Verfügung stellen zu können, werden in Passivhäusern Kompaktgeräte eingesetzt. In einem Gerät wird eine Elektrozusatzheizung, Warmwasserbereitung, Mini-Wärmepumpe und Wohnraumlüftung vereint. Da die Temperatur an allen Stellen des Hauses, anders als beim Massivhaus, und über das ganze Jahr nur eine Schwankung von 0,5 Grad aufweist, kann sich keine Feuchtigkeit absetzen und es kann zu keiner Schimmelbildung kommen.

Fazit

Die niedrigen Kosten und der Gesundheitswert machen ein Passivhaus sehr attraktiv und bringt daher mehr Vorteile, als ein Massivhaus. Auf längere Sicht gesehen ist das Passivhaus und günstigere und gesündere Wahl.

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